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Den Kummerower See schon als Badegast kennen gelernt |
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Den Kummerower See schon als Badegast kennen gelernt

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Jaecki Schwarz ist nicht nur als künstlerischer Mime eine Top-Adresse ...
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Schirmherr des 10. Lichterfestes, Jaecki Schwarz:
Den Kummerower See
schon als Badegast kennen gelernt
Jaecki Schwarz ist nicht nur als künstlerischer Mime eine Top-Adresse. Als Ur-Berliner besitzt er eine solche auch für sein privates Zuhause mitten im Herzen der Hauptstadt – dort, wo deutsche Geschichte erlebt und geschrieben wurde und wo auch heute wieder die Fäden der Politik im Reichstag und Bundeskanzleramt zusammenlaufen. Umgeben von historischen Gemäuern und modernen Beton- und Glasfassaden blühen hoch oben die von Jaecki Schwarz sorgsam gehüteten Blumen und Grünpflanzen seines Dachgartens.
Nach einem freundlichen Willkommen des Gastgebers in seinem schmucken Heim kamen wir mit dem Schirmherrn des 10. Lichterfestes rund um den Kummerower See schnell in ein angeregtes Gespräch:
Es war nicht ganz einfach, einen Gesprächstermin im Mai mit Ihnen zu vereinbaren. So haben Sie uns nun sogar an einem Sonntagnachmittag erlaubt, Sie in Ihrem Berliner Zuhause aufzusuchen. Was hat die Terminsuche so schwierig gemacht?
Mein jetzt wohl 35. Polizeiruf, den ich gerade in Halle drehe. Da immer hin und her zu fahren und dann freie Tage zu finden, ist schon ein bissel schwierig. Deshalb bleiben immer nur der Sonnabend und Sonntag übrig. Und weil wir von Freitagnacht in den Sonnabend hinein gedreht haben, ist dieser Sonntag nun der einzige freie Tag. Ich bin also erst in der Nacht um fünf nach Hause gekommen und habe daher heute etwas Zeit.
Das ist aber nicht das ganze Jahr so. Hat man keine Zeit, kommt alles auf einmal. Und wenn man Zeit hat, kommt mitunter gar nichts.
Dem Hauptkommissar Schmücke im Polizeiruf 110 geben Sie bereits seit 1996 ein Gesicht. Was reizt Sie an dieser Rolle, dass Sie nicht müde werden, sie zu verkörpern?
Es sind drei Filme, die wir im Jahr drehen. Wir wollen es noch so lange machen, wie die Zuschauer uns mögen. Dass das nun schon zehn Jahre lang andauert, hätten wir eigentlich auch nicht gedacht. Aber ein Teil der Bevölkerung sieht uns doch offenbar ganz gern, was wir an den Zuschauerzahlen merken. Und es macht Spaß. Außerdem ist es mein Beruf, ich muss ja auch Geld verdienen. Der Broterwerb ist natürlich immens wichtig und daher gerade heutzutage nicht zu unterschätzen.
Ihre Künstlerkarriere hat aber schon eine etwas längere Geschichte. Begann sie nicht eigentlich schon in der Schule?
Ja, aber am Schultheater ist man noch lange kein Künstler, da ist man interessierter Laie. Das machen mehr oder weniger viele, die beispielsweise im Rahmen des Deutschunterrichts - wie wir damals - bei einer Schulaufführung mitwirkten. Das hatte schon richtig Spaß gemacht. Aber als Karriere kann man das nicht bezeichnen. Das ging dann erst los an der Hochschule.
Was ist das für Sie ein Gefühl gewesen, als Sie - noch Student der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg - vom berühmten Konrad Wolf für die Hauptrolle in *Ich war neunzehn* verpflichtet wurden?
Man hatte natürlich Ehrfurcht vor ihm, weil er ein großer, guter Regisseur war. Da wurde mir mitgeteilt, Herr Wolf wünscht, dass ich die Hauptrolle übernehme. Dann erscheint man. Ich habe unter seiner Anleitung aber auch Probeaufnahmen mit ihm gemacht. Dadurch versäumte ich aber eine Nachmittagsvorstellung im Theater. Von der Hochschule aus spielten wir am Hans-Otto-Theater in Potsdam. Konrad Wolf hatte mit mir so intensiv gearbeitet, dass keiner es gewagt hätte, ihn zu unterbrechen. Und deshalb habe ich die Vorstellung verpasst, was dann böses Blut gab. *Der will Schauspieler werden, verpennt hier die Vorstellung, weil er zum Film will...* - Ich musste mir da schon so manches anhören. Aber es hat dann doch letztendlich alles geklappt.
Ihre berufliche Chronik führte Sie dann über das Magdeburger Theater an das Berliner Ensemble, dem Sie 23 Jahre angehörten. Was bedeutet Ihnen noch heute diese Zeit?
Ich denke, Theater ist immer etwas besonders Schönes. Ja, ich war in Magdeburg. Nun gut, man verklärt auch mit der Zeit ‘ne ganze Menge. Aber Magdeburg war schon wichtig, denn es sind die Anfängerjahre gewesen. Keiner ist ein fertiger Schauspieler, wenn er die Schule verlässt. Man lernt’s ja erst richtig bei der Arbeit. Magdeburg war auch deshalb so bedeutsam, weil man dort alles spielen muss - vom Weihnachtsmärchen bis zur Operette. Und das war ganz gut so und hat obendrein auch Spaß gemacht.
Die 23 Jahre am Berliner Ensemble - da hatte man sich dann so *hochgedient*, wie man so schön sagt. Man begann eben als Anfänger, als Neuer - obwohl man schon fünf Jahre gearbeitet hatte. Da muss man sich langsam über die kleinen Rollen bis in die Hauptrollen hocharbeiten. Wobei ich aber erwähnen will, dass ich auch schon am Anfang mitunter Hauptrollen gespielt habe. Dann gibt es Zeiten, in denen man auch viel *springen* muss. Das heißt, wenn jemand erkrankt, seine Rolle schnell mal übernehmen. Da bekommt man das Textbuch am Vormittag in die Hand gedrückt und abends steht man dann auf der Bühne.
Sie haben von der Bühne zwischenzeitlich aber auch immer wieder einmal vor die Kamera gewechselt und in zahlreichen Filmen und in Fernsehproduktionen mitgewirkt. Gibt es für Sie da eine gewisse Vorliebe für die eine oder die andere berufliche Gestaltungsmöglich- keit?
Es ist so, dass das Fernsehen momentan Vorrang hat. Das liegt aber daran, dass man kein Theater mehr spielt, wenn man zur gleichen Zeit für’s Fernsehen vor der Kamera steht. Das ist heute äußerst selten geworden, denn das muss ja zeitlich koordiniert werden. So wie früher geht’s natürlich nicht mehr, dass die Fernsehleute auf das Theater Rücksicht nehmen.
Neben all den beruflichen Verpflichtungen gibt aber sicher auch Mußestunden bei Ihnen zu Hause hier in Berlin? Wie dürfen wir uns die vorstellen?
Das sind so die Alltäglichkeiten. Da muss man seine Wäsche reinigen, sich um’s Saubermachen kümmern, den Dachgarten pflegen und Sachen erledigen, die eben liegen geblieben sind. Ich stehe auch gern mal am Herd und koche, wenn Freunde zu Besuch kommen.
Ihr berufliches Engagement konzentrierte sich fast immer in Berlin oder südlich davon. Wie gut kennen Sie den Norden der Republik oder noch konkreter: Mecklenburg-Vorpommern?
Ziel in der DDR war ja immer die Ostsee. Wer nicht an der Ostsee war, hat auch keinen Urlaub gemacht, hieß es. Nach dieser Devise habe auch ich mich bewegt. Ich war immer auf dem Darß in Ahrenshoop und bin dann natürlich quer durch Mecklenburg gekommen.
Und dadurch, dass ich Freunde in Mecklenburg habe - darunter den Maler Günter Horn und seine Frau Karin Ugowski in Grammentin oder meine Freundin und Kollegin Wally Schmidt - fahre ich dort auch jetzt des öfteren hoch.
Wenn ausreichend Zeit ist, gucke ich mir auch gern die Schlösser an - Schorssow zum Beispiel, da bin ich schon zweimal gewesen. So langsam erkundet man das.
Der Landkreis Demmin ist Ihnen also nicht unbekannt. Sie sind schon mehrfach in Grammentin gewesen. Haben Sie dabei auch den Kummerower See kennen gelernt ?
Zum Künstlerfest bin ich schon mehrmals in Grammentin gewesen. Und natürlich habe ich auch schon im Kummerower See gebadet. Na klar kenne ich den.
Wie lebt es sich mit der Bekanntheit eines von Bühne, Film und Fernsehen bekannten Schauspielers?
Ach, es geht so, es hält sich ja in Grenzen. Man wird nicht all zu sehr belästigt, hier und da aber schon mal angesprochen oder angefasst. Aber das gehört zum Beruf, damit muss man leben. Ich kann jedenfalls noch Einkaufen gehen, ohne dass die Teenes auf der Straße schreien. Das passiert Gott sei dank nicht so wie bei den Jungs vom *Tokyo-Hotel*.
Sind Sie schon einmal mit dem Wunsch konfrontiert worden, Schirmherr einer Veranstaltung zu werden oder dürfen wir für uns in Anspruch nehmen, damit etwas eher Ungewöhnliches in Ihr Leben gebracht zu haben?
Ja, ja, das ist mir auch schon öfter passiert, aber man muss das eben aussuchen. Dadurch, dass ich meine Freunde in Mecklenburg-Vorpommern habe, fällt es mir auch relativ leicht, ja zu sagen. Ich kann da das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Ich bin Schirmherr einer schönen Veranstaltung und kann gleichzeitig meine Freunde besuchen - sehr pragmatisch, nicht wahr?
Welche Wünsche verbinden Sie mit dem 10. Lichterfest und Ihrer Schirmherrschaft?
Ihre Region ist landschaftlich wunderschön, aber eine strukturschwache Gegend. Man muss dort schon etwas tun, um auf sich aufmerksam zu machen und verstärkt touristisch zu werben. Das Lichterfest ist sicher ein Beitrag dazu, ein wichtiger denke ich. Bei Euch ist ja nicht Florenz, wo die Menschen von ganz allein hinkommen.
Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen zum 10. Jubiläums-Lichterfest an den Kummerower See kommen und wir gemeinsam viel Freude an den abwechslungsreichen Veranstaltungsprogrammen haben werden, die die Organisatoren mit so viel Liebe und Mühe vorbereiten.
Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
(Mit Jaecki Schwarz sprach Jörg Rau)
Fotos: Erika Rau
Autor: (jr), Landkreis Demmin
erstellt am: 20.06.2007
Änderungen vorbehalten - keine Gewähr f. Termine und Veranstaltungen - tagesaktuelle Infos bitte bei den jeweiligen Stadtinfos einholen.
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